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Stasi-Knast in der Andreasstraße
Seit der Gründung der Stiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur im August 2009 stand das Kultusministerium häufig in der Kritik. Nichts bewegt sich in Sachen Gedenkstätte Stasi-Knast, so der Vorwurf aus Parteien und Betroffenenverbänden. In einer Anfrage an den Oberbürgermeister zur letzten Stadtratsitzung, wollte Michael Panse (CDU) nun wissen, inwieweit die Stadt Erfurt in die Arbeit zur Gedenkstätte eingebunden ist. ‚Gar nicht’, so die nüchterne Antwort der Verwaltung. Zum Entwicklungsstand des Konzeptes, der Dauerausstellung und der Gedenkstättenbetreibung lägen keine Informationen vor. Auch das letzte Beratungsgespräch vor 3 Jahren sei ohne belastbare Ergebnisse geblieben. Nur einen Vertreter für die Stadt Erfurt im Stiftungsrat hat Oberbürgermeister Andreas Bausewein bisher benennen dürfen. Der Bürgerbeauftragte Wolfgang Zweigler wird als ständiger Gast eine beratende Funktion im Rat einnehmen. Zur allgemeinen Situation erklärt der Oberbürgermeister:
„Der Ball liegt eindeutig im Feld des Landes, wir haben uns Gesprächen nie verweigert, aber wir müssen noch mal festhalten, dass es sich bei dieser Gedenkstätte, die da entstehen wird, um eine vom Land getragenen Gedenkstätte, in einer Immobilie des Landes handelt. Von unserer Seite her sind wir für Gespräche weiterhin offen, dass steht völlig außer Frage. Aber der Ball ist da eindeutig im Feld des Landes.“
Die Baugenehmigung liegt dagegen in Händen der Erfurter Stadtverwaltung. Diese wird für spätestens Ende Juni erwartet. Zurzeit wird noch auf eine Zustimmung des Denkmalschutzes gewartet, zuständig dafür ist das Thüringer Landesverwaltungsamt. Bereits am 4. Juni wird der Gedenkstättenbeirat konstituiert, vielleicht gibt es dann Fortschritte beim Projekt Gedenkstätte Stasi-Knast.
(Dominic Eger)
Der Real Gescheiterte Sozialismus. Was war? Was bleibt? Was wird?
Wie sozialistisch war die DDR? Wie entwickelte sich die DDR- Vergangenheit nach 1989? Gab es vor 20 Jahren Utopien und Hoffnungen? Wie sahen diese aus? Diese Fragen werden unter anderem bei der Konferenz „Der Real Gescheiterte Sozialismus“ diskutiert werden. Die Linksjugend [´solid] organisiert das Projekt, zu dem sie alle interessierten Menschen einladen, sich mit einzubringen. Steffen Trostorff, Referent für politische Bildung und Jugend (DIE LINKE), erklärte, dass es keine bestimmte Zielgruppe gäbe, jedoch vor allem die Jugend angesprochen werden soll. Selbstverständlich seien auch ältere Leute eingeladen, um ihre Sichtweisen und Erfahrungen einbringen zu können. Das Projekt „Der Real Gescheiterte Sozialismus „ bietet Workshops und Diskussionsrunden. Themen werden unter anderem „Demokratie und Sozialismus“ oder auch „Jugend in der DDR jenseits von Partei und Staat“ sein. Weiterhin erklärt Steffen Trostorff:
Was ich auch spannend finde an dieser Form der Veranstaltung ist, dass es auch wirklich verschiedene Sichtweisen vereint. Also wir haben, sag ich mal, den Part der West- Linke, die einen bestimmten Blick auf die DDR haben, wir haben den Blick der Historiker auf die DDR oder diese Wende und wir haben den Blick von Leuten, die in der DDR vielleicht auch auf der Funktionsebene waren auf dieser Entwicklung und wir haben, das finde ich auch sehr spannend, auch den Blick, sag ich mal, aus der Bürgerrechtlerecke. Also wir haben auch Leute da und auch Workshops, die sich mit dem Thema befassen was gab´ s für Jugendkulturen alternativ zur FDJ und Pionierorganisation in der DDR? Wie hat sich das entwickelt? Was gab´ s da an Repressionen, was gab´ s da an Möglichkeiten? Also das ist zum Beispiel so ein Thema, wo man eben auch explizit Leute einlädt, die, sag ich mal, oppositionell zur DDR gestanden haben und da eben auch mit Widrigkeiten zu kämpfen hatten. Also diese Mischung glaube ich ist eigentlich das Besondere an der Veranstaltung. Was ich mir auch spannend vorstellen kann und was hoffentlich in dieser Podiumsdiskussion, die am Abend stattfindet dann vielleicht auch zusammengeführt werden kann“
Die Konferenz des „Real gescheiterten Sozialismus“ wird nächste Woche Samstag den 5. Juni stattfinden. Die Eröffnung der Konferenz beginnt um 10 Uhr und das Projekt findet im Heinrich- Mann- Gymnasium in der Gustav- Freytag- Straße statt. Weitere Informationen, sowie der Programmablauf sind unter redroxx.de zu finden.
(Tina Reschke)